Überholen in Herxheim

Sandbahnrennen Herxheim

Die Vorfreude auf das Sandbahnrennen in Herxheim war groß, denn für uns ist es wie ein weiteres Heimrennen. Und vorallem macht es einen riesen Spaß, vor der größten Kulisse in Bahnsport-Deutschland zu fahren. Im Schnitt waren immer 14 bis 16 Tausend Zuschauer im Herxheimer Waldstadion, wenn das Wetter mitspielte.

Erstes Testen am Mittwoch

Am Mittwoch finden bereits die meisten Läufe der B-Lizenz statt und Trainings für WM Teilnehmer. Auch wir hatten danach die Möglichkeit noch auf der Strecke zu trainieren. Für uns war es das erste Mal mit unserem neuen Fahrwerk in Herxheim. Wir probierten ein neues Setup aus und es schien gut zu passen. Mit einem guten Gefühl gingen wir ins Fahrerlager und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Starts schlecht – fahren überragend

Nachdem wir am Donnerstag morgen noch ein freies Training hatten, ging es dann schlag auf schlag mit den ersten Rennläufen los. Leider müssen wir aufgrund der Langbahn WM ungewohnt schon am Vormittag Rennläufe fahren. Im ersten Lauf starteten wir von ganz außen. Wenn der Start passt, kann man von dort den Schwung in die erste Kurve mitnehmen. Dieser Start war noch einer von den besseren am heutigen Tage, doch eine Kettenreaktion von den innen startenden Teams, die es nicht für nötig hielten geradeaus zu fahren machten uns einen Strich durch die Rechnung. Auf der äußersten Linie waren wir die Leidtragenden und Raphael bekam ziemlich heftig einen Seitenwagenbügel ans Schienbein gerammt.

Kollision am Start in Herxheim bei den Seitenwagen
Kolission nach dem Start in Herxheim - Fotograf: SPEEDWAY.PHOTO

Wir hatten alle Mühe auf dem Motorrad sitzen zu bleiben. Somit mussten wir das Feld von hinten aufrollen. Doch weil der Speed da war, konnten wir gleich wieder Plätze gut machen. Nach Zweikämpfen mit dem dänischen Gespann und Bruder Achim mit Cousin Morris als Beifahrer, konnten wir sogar noch dritter mit geringem Abstand auf den zweiten Platz werden.

Technische Probleme, viel Arbeit

Schon am Ende der ersten Laufs bemerkten wir, dass der Motor nicht mehr die volle Leistung hatte und mussten zwischen Lauf eins und zwei das Aggregat tauschen. Doch beim zweiten Motor schien auch nicht alles 100% in Ordnung zu sein. Im zweiten Lauf kamen wir überhaupt nicht aus dem Start und waren wieder ganz hinten im Feld. Wir blieben immer direkt am Hinterrad des vorderen Gespanns und konnten in der Spitzkehre das Überholmanöver für die Startkurve vorbereiten. So verloren wir aber weiter Punkte und das Podest rückte in weite Ferne.

In der Mittagspause entschieden wir uns dann noch mal den Motor zu wechseln und hatten den dritten Motor an diesem Tag im Einsatz. Der Vergaser machte wieder Probleme und so musste auch der in der Pause demontiert werden, es schien einfach gar nichts zu passen. Um dann auch noch alles versucht zu haben, setzten wir neue Kupplungsbeläge ein. Wenn man schon austauscht, dann richtig. So war das aber nichts mit entspannen in der Pause und die Fahrervorstellung haben wir dadurch auch noch verpasst. Später haben wir zum Glück noch den Vergaser von Sebastian Kehrer ausgeliehen bekommen, vielen Dank dafür!

Zweiter Lauf in Herxheim - Start der Seitenwagen
Start des zweiten Laufs - Fotograf: Jens Körner

Herxheim hat trotzdem Spaß gemacht

Ein Lauf war vor dem Finale noch zu absolvieren. Dort durften wir von einem sehr guten Startplatz in den Lauf starten, doch das ging in die Hose. Wir hatten einen Steiger und wir durften schon wieder das Feld von hinten aufrollen. „Nicht schon wieder“ dachte sich Raphael, aber wie das geht, kannten wir ja schon aus den vorherigen Läufen. Wir kämpften uns wieder nach vorne und hatten mit Meier/Schrempp eineinhalb Runden einen Zweikampf um Platz drei, der in einem Fotofinish endete. Leider mit schlechterem Ausgang für uns.

Trotz allem haben wir es ins Finale geschafft, wo wir es wieder von ganz außen probierten. Raphael zog nach dem Start etwas zu früh nach innen, weshalb es zu Berührung mit Bruder Achim kam und es wieder einige Meter kostet. Am Start war einfach der Wurm drin, eigentlich untypisch für uns. Aber ja, so ging es wieder ans Aufholen und wir konnten auf Platz vier fahren. Auch wenn das Ergebnis nicht so toll ist, so können wir viel positives aus Herxheim mitnehmen. Wie man Zweikämpfe führt haben wir definitiv gelernt und das überholen hat richtig Spaß gemacht. Die Geschwindigkeit passt, jetzt müssen wir nur noch an den Starts arbeiten.

Ergebnis internationale Seitenwagen

  1. William Matthijssen / Sandra Mollema
  2. Guillaume Comblom / Chloe Agez
  3.  Manuel Manuel / Melanie Schrempp
  4.  Karl Keil / David Kersten
  5. Raphael San Millan / Benedikt Zapf
  6. Achim Neuendorf / Morris San Millan

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