Turbulentes Rennen in Plattling

Turbulentes Rennen in Plattling

Das zweite Rennen der Saison führte uns wieder nache Bayern, zur 5 Kurven Bahn in Plattling. Es wurde dort der 41. Preis der Stadt Plattling ausgetragen. Wir reisten wieder wie gewohnt am Vortag an und machten uns einen gemütlichen Abend, denn der Renntag sollte turbulent werden.

Probleme im Training

Nachdem wir in der letzten Saison zum ersten mal auf dem speziellen Rundkurs fuhren, wussten wir nun was uns erwartet. Die erste Runde im freien Training war richtig schnell, doch es sollte in dieser Trainingseinheit die letzte Runde sein. Der Motor machte schlapp und um noch größeren Schaden zu vermeiden, stellte Raphael das Motorrad im Innenfeld ab. Bis zum zweiten freien Training musste also schnell der Motor gewechselt werden. Unser Team hat das ohne Probleme in dieser kurzen Zeit geschafft.

Also mussten wir im zweiten freien Training ein paar Runden zusammenbekommen, damit wir uns auf die Bahn „einschießen“ konnten. Dieses Mal lief es ohne technische Probleme. Doch das Setup hat aber noch nicht zu 100% gepasst, es fehlte an Beschleunigung aus den Kurven. Wir wollten mit der Änderung aber bis nach dem Startbandtraining warten.

Raphael San Millan und Benedikt Zapf im freien Training in Plattling

Unglückler Unfall im Startbandtraining

In Plattling werden zwei mal zwei Runden im Startbandtraining gefahren. Mit am Startband waren das französische Gespann Guillaume Comblon/Chloè Agez und Manuel Meier/Melanie Schrempp. Wir starteten von außen und konnten als zweite hinter Meier/Schrempp in die erste Kurve einbiegen. So blieb es auch die folgenden zwei Runden. Der zweite Durchgang folgte direkt im Anschluss.

Am Start waren nur noch Meier/Schrempp und wir, aber dieses mal von innen startend. Unser Start war eher mittelmäßig, doch aufgrund der besseren Position bogen wir als erste in die Kurve ein und waren vorne. Manuel Meier beschleunigte gut aus der Kurve raus und versuchte uns außen zu überholen. So fuhren wir nebeneinander auf die nächste Kurve zu – der engsten Stelle der Strecke. Wir waren vor dem Kurveneingang immer noch in Führung und da dachte sich Raphael schon „Manuel, du bist hoffentlich so schlau und machst das Gas zu, es geht um nichts, es ist Startbandtraining“.

Da wir in Führung waren, gab es für uns keinen Grund das Gas wegzunehmen und für den Gegner mitzudenken. Der Führende gibt die Linie vor. Das Unheil bahnte sich aber schon an und so lenkte Raphael etwas früher in die Kurve ein, um wenigstens am Kurveneingang eine Kollision zu vermeiden. Da wir von der inneren Linie die Kurve sehr spitz nahmen, hat es uns am Kurvenausgang auch dementsprechend weit rausgetrieben. So tuschierten wir das Vorderrad von Meier/Schrempp und sie kamen leider zu Sturz.

Wir informierten uns gleich, ob ihnen etwas schlimmeres passiert ist. Doch es schien so, dass sie den Unfall glimpflich überstanden haben. Trotzdem noch mal von unserer Seite die besten Genesungswünsche für die entstandenen Blessuren. Dass man im Startbandtraining dieses Risiko an der bekannten gefährlichen Stelle eingehen muss, ist für uns aber nicht nachvollziehbar.

Das Rennen mit Höhen und Tiefen

Im Rennen mussten drei Vorläufe gefahren werden. Danach entschied sich, wer direkt ins A-Finale kommt und wer über den Hoffnungslauf muss. Die zwei punktbesten Fahrer qualifizieren sich direkt für das A-Finale, die zwei erstplatzierten aus dem Hoffnungslauf ebenfalls. Für das Endergebnis war dann nur die Platzierung im Finale maßgeblich.

Der erste Lauf begann für uns nicht besonders gut. Wir mussten von ganz außen starten und hatten so den weitesten Weg in die erste Kurve. Der Start war ziemlich gut, doch Kreuzmayr/Maier und Brandhofer/Scheunemann hatten ebenfalls gute Starts. So mussten wir uns hinter den beiden einreihen und konnten den Zweikampf von hinten beobachten. Nach drei Runden konnten Brandhofer/Scheunemann die Führung übernehmen und gewannen die Lauf. Wir kame als dritte ins Ziel.

Rennen in Plattling - Seitenwagen
Raphael & Benedikt in Führung beim Rennen in Plattling

Im zweiten Lauf druften wir von Startplatz blau, dem besten Startplatz, starten. Um chancen auf den direkten Einzug ins A-Finale zu haben, mussten wir gewinnen. Wir nutzten diese gute Ausgangsposition und setzten uns gleich am Start in Führung. Hinter uns waren die starken Franzosen vor Brandhofer/Scheunemann. Im letzt Jahr waren beide noch gestürzt – dieses Jahr waren beide schnell.

Wir konnten diesen Lauf kontrolliert ins Ziel bringen und holten uns den ersten Laufsieg in diesem Rennen.

So war die Ausgangsposition schon deutlich besser als davor. Ein weiterer Laufsieg und wir wären direkt im A-Finale. Im letzten Vorlauf des Tages starteten wir von Startplatz rot, was ebenfalls eine gute Ausgangsposition war. Es war also alles angerichtet, doch nach dem Start war Raphael etwas zu verhalten in der ersten Kurve und Comblon/Agez konnten von außen vorbeiziehen. Diese Lücke konnten wir nicht mehr schließen und kamen als zweite ins Ziel. Dadurch mussten wir im Hoffnungslauf antreten.

Alles oder nichts im Hoffnungslauf

Seitenwagen Rennen in Plattling - San Millan vor Brandhofer und Kreuzmayr
Der Hoffnungslauf beim Rennen in Plattling

Im Hoffnungslauf traten nun die Teams Kehrer/Lepnik, Kreuzmayr/Maier, Brandhofer/Scheuneman und wir an. Wir durften wieder von Rot starten. Dieses mal ging Raphael etwas beherzter zur Sache und konnte die Führung behaupten. Somit war der Einzug ins A-Finale gesichert und wir durften als drittes Team den Startplatz für das Finale wählen.

Im A-Finale waren die Gespanne Venus/Heiß, Comblon/Agez, Brandhofer/Scheunemann und wir am Start. Als zweite von außen, Startplatz weiß, ging es in den entscheidenden Lauf des Tages. Im letzten Jahr hatten wir dort den Podestplatz verspielt, was wir dieses Jahr auf jeden Fall besser machen wollten. Den besten Start erwischten Venus/Heiß vor dem französischen Gespann. Wir kamen etwas schlechter weg und waren auf Platz drei mit Brandhofer/Scheunemann im Nacken und wir stellten uns schon auf harte Attacken ein. Doch nach zwei Runden schien der Drops gelutscht. Bei Raphael, als auch bei Markus Brandhofer, war der eine Lauf mehr in den Knochen zu merken und so passierte nichts mehr bis ins Ziel. Am Ende können wir mit dem dritten Platz beim Rennen in Plattling sehr zufrieden sein.

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