TOP LIFE Race Days Berghaupten

TOP LIFE Race Days Berghaupten 2019

Nach unserem schweren Unfall bei der Europameisterschaft in Eenrum war das Ziel so schnell wie möglich wieder fit zu werden, um an unserem Heimrennen in Berghaupten starten zu können. Zwei Wochen waren dafür aber relativ kurz und so musste sich zumindest Raphael die gesamte Zeit schonen. Ob wir nun in  Berghaupten am Rennen teilnehmen können, zeigte sich im freien Training.

Chaos vor dem freien Training

Doch bevor wir am freien Training teilnehmen konnten, mussten wir wie bei jedem Rennen zur technischen Abnahme. Eigentlich kein Problem, doch dort brach plötzlich die Halterung des Lenkungsdämpfers ab. Eine Nachwirkung vom Sturz in Eenrum. Wir hatten das Motorrad auf Schäden kontrolliert, doch diesen Riss konnten wir nicht sehen. Also packten wir unser Gespann schnell in den Transporter und fuhren in unsere Werkstatt um die Halterung wieder an die Vordergabel zu schweißen. Pünktlich zum freien Training warren wir wieder da und das Motorrad konnte ordnungsgenäß abgenommen werden.

Startbandtraining der Seitenwagen beim Grasbahnrennen
Startbandtraining am Vormittag - Foto: Jens Körner

Die Starts in Berghaupten waren erste Sahne

Im Training merkten wir, dass es heute gut gehen könnte. Raphael und Benedikt spürten zumindest während der Fahrt keine schmerzen und konnten ohne Probleme fahren. Das machte Mut für das Rennen. Nach einer kurzen Pause ging es dann ans Startband zum Training. Dort mussten wir zwei mal zwei Runden fahren und konnten diese jeweils auf dem zweiten Platz beenden. Am Start waren wir jeweils noch in Führung, aber schon dort zeichnete sich ab, dass bei Raphael die Kraft nach zwei Wochen „Nichtstun“ noch nicht zu 100% da war. Er war nach dem Startbandtraining auch sichtlich platt und musste sich für das Rennen ausruhen. Die Nachwehen von Eenrum waren nun auch an den Fahrern zu spüren.

Lenkungsdämpfer kostet zweiten Platz

Auch im ersten Lauf war unser Start richtig gut. Nur die Engländer Godden/Smith konnten sich von innen vorbeischieben. Drei Runden lang lagen wir auf dem zweiten Rang, bis Raphael Anfang der letzten Runde die innere Linie nicht mehr halten konnte und das französische Gespann Comblon/Aguez vorbei ziehen konnte. Unser Motorrad ließ sich auch nicht mehr so präzise Steuern, denn die Halterung des Lenkungsdämpers war schon wieder gebrochen. Ärgerlich! Aber wie konnten wir das Motorrad auf die schnelle wieder reparieren? Auf den ersten Blick schien das Rennen für uns gelaufen. Doch zum Glück haben wie hilfsbereite Fans in Berghaupten!

Sie brachten unser Motorrad auf einem Anhänger in eine Werkstatt, wo unser Tuner den Schaden noch mal reparierte. Kurz bevor unser zweite Rennlauf startete kamen sie wieder mit dem Gespann. Eine unglaubliche Leistung! Unsere Gegner warteten auch noch so lange wie möglich, sodass wir noch am zweiten Lauf teilnehmen konnten. Etwas abgehetzt konnten wir immerhin noch 2 Punkte einfahren und belegten in diesem Lauf den vierten Platz.

Seitenwagen Rennen in Berghaupten
Wieder ein guter Start im zweiten Lauf - Foto: Jens Körner

Die Kräfte schwinden allmählich

Der Einzug ins Finale war also immer noch möglich und so wollten wir noch mal alles im letzten Vorlauf geben. Dort war unser Start nicht so gut und wir hatten etwas zu kämpfen um nach vorne zu kommen. Dabei lieferten wir uns einen kleinen Zweikampf mit dem Gespann Zwetsch/Caric, den wir leider nicht für uns eintscheiden konnten. Raphael ging so langsam auch die puste aus. Mit dem dritten Platz war der Einzug ins das Finale aber gesichert und so hatten wir das Minimalziel zumindest erreicht. Im schlechtesten Fall konnten wir nur noch sechster werden, welche die bis dato beste Platzierung bei unserem Heimrennen in Berghaupten bedeuten würde.

Der Start im Finale war wieder nicht ganz auf dem Punkt. Mit halber Kraft kämpften wir zwei Runden lang um eine bessere Platzierung. Doch die Sicht im hinteren Feld wurde von Runde zu Runde so schlecht, dass Raphael nicht mehr wusste, ob er überhaupt noch auf der Strecke fährt. So dachte er sich: „um die goldenen Ananas riskiere ich nichts mehr“ und ließ abreisen, bis die Sicht wieder einigermaßen in Ordnung war. Mit den geschehnissen im Rennen von vor zwei Wochen im Rücken, können wir mit dem sechsten Platz und dem gezeigten Kampfgeist sehr zufrieden sein.

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