Sandbahnrennen Pfarrkirchen 2018

Das erste Rennen nach der Pleite in Berghaupten fand in Pfarrkirchen auf der Sandbahn statt. Raphael und Benedikt waren bisher ein Mal auf dieser 1000 m Sandbahn trainieren und kamen dort gut mit der Rennstrecke zurecht. Dementsprechend zuversichtlich gingen sie in das Rennen.

Anreise am frühen Morgen

Anders wie bei den bisherigen Rennen, machte sich das Team erst mitten in der Nacht auf den Weg nach Pfarrkirchen. Am Samstag heirateten Jana und Michael Zapf. Dieser Einladung wollten Raphael & Benedikt natürlich nicht absagen und feierten ein wenig mit dem frisch vermählten Brautpaar. In den frühen Morgenstunden war es angenehm ruhig auf der Autobahn und es gab keine Staus. Rechtzeitig vor dem Beginn der Trainings kamen sie an der Rennbahn in Pfarrkirchen an.

Schon im ersten Training kamen sie richtig gut zurecht mit der Bahn und waren schnell unterwegs. Man hatte auch nach dem Heimrennen in Berghaupten noch einige verschiedene Einstellungen am Motorrad ausprobiert, die zu funktionieren scheinen. 

Schlüsselfaktor Start

Der Start in Pfarrkirchen ist Extrem wichtig, denn der Belag der Bahn ist sehr tief und als hintermann bekommt man da eine gehörige Packung Dreck auf den Helm. Die zweite Linie am Start war daher kaum befahrbar, da der „zementähnliche“ Belag auf dem Sichtschutz so fest klebte, dass nichts mehr funktionierte und man erst auf der Geraden mit der Hand für freie Sicht sorgen konnte. Diese Erfahrung machten Raphael & Benedikt direkt im Startbahndtraining. Sie ließen sich dann zurückfallen und gaben dann ordentlich Gas. Der Speed war da und sie holten wieder auf die Vordermänner auf.

Training Sandbahnrennen Pfarrkirchen 2018 - Seitenwagen
Training in Pfarrkrichen - Foto Josef Angerer

Höhen und Tiefen im Rennen

Im ersten Lauf erwischten sie keinen so guten Start, kamen aber ordentlich durch die erste Kurve und reihten sich auf der 4. Position ein. Zu Beginn waren sie noch dicht an den Brandl Brüdern dran, doch sie kamen nicht vorbei. Um noch mit guter Sicht zu fahren, ließ Raphael den Abstand ein wenig größer werden. Ein kleiner Fehler, der sich in der letzten Runde rächte. Durch einen Quersteher in der Startkurve konnte Markus Brandhofer den Schwung von außen mitnehmen und kam vorbei. So wurden Raphael & Benedikt fünfte im ersten Lauf.

Es fehlte auch etwas die Beschleunigung aus den Kurven. Also änderte man die Übersetzung auf den zweiten Lauf. Der Start war recht ordentlich und sie kamen hinter Venus/Heiß und Godden/Smith auf der dritten Position aus der ersten Kurve. Die zwei vorderen Gespann konnten gleich eine Lücke reißen, die sich stetig vergrößerte. Es fehlte jetzt die Geschwindigkeit auf den Geraden. Drei Runden lang gab es einen Zweikampf mit Karl Keil & David Kersten, doch da konnten sie die Oberhand behalten und wurden dritte.

Langsamster Lauf mit bestem Ergebnis

Der Blick auf die Rundenzeiten zeigte, dass sie deutlich langsamer waren als in den Trainings und im Lauf davor. Also wieder Kommando zurück und die vorherige Übersetzung kam drauf. Im letzten Lauf starteten Raphael & Benedikt von ganz innen. Dieser Startplatz war nicht der beliebteste, da dort nicht viel vorwärts ging. In diesem Lauf kamen sie schon wieder als fünfte ins Ziel. Die Rundenzeiten waren aber um über eine halbe Sekunde schneller als im Lauf zuvor. Das was man am Start verlor konnte einfach nicht aufgeholt werden. So standen insgesamt 5 Punkte auf dem Konto, was den Einzug ins Finale bedeutete. Im Moment waren sie auf dem fünften Platz und durften so als fünfter von sechs Finalisten den Startplatz wählen. So starteten sie von Startplatz grün, zweiter von außen.

Rennen in Pfarrkrichen 2018 - Seitenwagen im Zweikampf
Die #92 vor Keil/Kersten im zweiten Lauf - Foto Josef Angerer

Kampf mit der Wespe

Von den äußeren Startplätzen musste man einen ziemlich guten Start erwischen, um in der ersten Kurve nicht die Mütze voll zu bekommen. Das gelang auch zunächst, auf fast gleicher höhe mit Venus/Heiß und Godden/Smith gingen sie in die erste Kurve. Aber anstatt das Gas etwas zurückzunehmen und sich dahinter einzureihen, versuchte Raphael von außen durch zuziehen. Ein dummer Fehler… der Sichtschutz versagte, wie man bereits aus den vorherigen Läufen wusste. So wurde es in der ersten Kurve dunkel und zum Blindflug auf die Gerade. Erst dort konnte Raphael wieder etwas sehen und sah, dass natürlich alle Fahrer vorbeigezogen sind. Sie versuchten noch den Anschluss zu finden, doch die Lücke war einfach zu groß. Die Geschwindigkeit war wieder da, doch das Ergebnis war wieder Platz fünf.

Im Strahl des Vordermann bekommt man so einige Steinchen ab, daran gewöhnt man sich als Rennfahrer im Bahnsport. Manchmal tut es auch ein bisschen weh, doch ein Steinchen tat besonders weh. Dachte zumindest Raphael, aber machte sich darüber während der Fahrt keine weiteren Gedanken. Dann im Fahrerlager die Lösung des Rätsels, Raphael schüttelte eine Wespe aus dem Ärmel. Während der Fahrt ist durch die kleine Lücke am Ärmel des Rennanzugs eine Wespe rein geflogen und hat ihn gestochen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sowas passiert ist sehr gering. Vielleicht sollte Raphael mal Lotto spielen…

Ergebnis

  1. Markus Venus / Markus Heiß, 20 Punkte
  2. Mitch Godden / Paul Smith, 15 Punkte
  3. Karl Keil / David Kersten, 14 Punkte
  4. Markus Brandhofer / Tim Scheunemann, 9 Punkte
  5. Florian Kreuzmayr / Roman Grammelsberger, 6 Punkte
  6. Raphael San Millan / Benedikt Zapf, 6 Punkte
  7. Martin Brandl / Hermann Brandl, 3 Punkte
  8. Sebastian Kehrer / Patrick Lepnik, 2 Punkte
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