Verrücktes Wochenende in Plattling

Wie soll man nun Anfangen?! Die zweite Station der Saison führte uns zum Sandbahnrennen in Plattling. Dieses mal für beide unserer Gespanne. Am Samstagmittag machten wir uns auf den Weg nach Bayern. Zunächst ohne Probleme. Achim und Michael fuhren etwas früher los als Raphael und Benedikt. Beim Gespann #26 (Achim und Michael) verlief der Samstag ohne Komplikationen. Gespann #92 (Raphael und Benedikt) fuhren bis Karlsruhe auch ohne böse Vorahnung. Bei Karlsruhe bemerkten alle im Auto einen Diesel-Geruch und wie es auch nicht anders hätte kommen können, eine Spritleitung hatte ein Leck. Super! Also ADAC Pannenhilfe anrufen und abschleppen lassen. Und wie es natürlich Samstags ist, wird da auch nichts mehr repariert… Zum „Glück“ war die Panne schon bei Karlsruhe und so konnte Bruder Christian die Notlösung VW T4 mit Anhänger nach Karlsruhe fahren. Natürlich gingen trotzdem etliche Stunden ins Land und letztendlich konnten Raphael und Benedikt die fahrt erst gegen 18 Uhr fortsetzen. Um halb eins Nachts kamen sie schließlich in Plattling an.

Das Rennen mit Höhen und Tiefen

Die Sandbahn in Plattling ist sehr speziell, nicht wie eine übliche Oval Rennstrecke mit zwei Geraden und Kurven. Für ihre 5 Kurven ist die Sandbahn in Plattling als schwierig zu befahrende Rennstrecke berühmt und berüchtigt. Aber nach zwei freien Trainings kamen beide Gespanne immer besser zurecht.

Achim und Michael belegten in ihrem ersten von drei Vorläufen hinter Mitchel Godden und Markus Venus den dritten Platz. Kurzum gesagt belegten sie in allen Vorläufen den dritten Platz und mussten so im „Hoffnungslauf“ um den Einzug ins A-Finale fahren. Die zwei erstplatzierten aus diesem Lauf zogen ins A-Finale ein. Ein fragwürdiger Modus des Veranstalters, da es auch ein B-Finale gab. In der Regel ist es eigentlich so, dass die zwei erstplatzierten aus dem B-Finale ins „Große“ Finale einziehen. Nun ja so hatten manche eben einen unnötigen Rennlauf mehr auf dem Konto. Wie auch immer, alle Beteiligten mussten damit klar kommen. In diesem Lauf erwischten Achim und Michael keinen guten Start und wurden somit vierte. Dadurch mussten sie im B-Finale antreten, wo sie nach ebenfalls schlechtem Start aber noch den Sieg gegen Florian Kreuzmayr und Sebastian Kehrer holen konnten.

Never change a running System

Das war am Ende des Rennens das Fazit bei Raphael und Benedikt. Nach dem Rennen war des Öfteren bei beiden der Satz „Ich könnte kotzen…“ zu hören. Das Gespann #92 war ziemlich angefressen! Aber erst mal alles der Reihe nach. Im ersten Lauf starteten sie von ganz außen. Das ist der vermeintlich schwierigste Startplatz. Wie in bekannter Manier legten sie aber einen Raketenstart hin und gewannen recht überrascht den Lauf. Überschattet wurde dieser Lauf von dem heftigen Unfall von den Gespannen Brandhofer/Reiser und Comblon/Agez. Guillaume Comblon überstand diesen Unfall als einziger unbeschadet. Die anderen mussten mit dem Krankenwagen oder Hubschrauber ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zum Glück ist keine der Verletzungen lebensgefährlich. An dieser Stelle die besten Genesungswünsche an die Fahrer.

Aufgrund des Unfalls konnte keines der Teams mehr an den Start gehen. Dadurch waren in den Läufen von Raphael und Benedikt nur noch drei Teams am Startband. Im zweiten Lauf belegten sie hinter Venus/Heiß und vor Bruder Achim den zweiten Platz. Sie kamen von Lauf zu Lauf immer besser mit der Plattlinger Sandbahn zurecht. Im dritten Lauf war das bislang ungeschlagene Gespann Godden/Smith am Start. Doch eben nur bis sie auf die #92 trafen. Raphael und Benedikt hatten wieder einen sehr guten Start und gewannen diesen Lauf. Somit zogen sie direkt ins A-Finale ein. Punktgleich mit Godden/Smith und Venus/Heiß.

Supergau im Finale

Mit solchen Ergebnissen in den Vorläufen gingen sie natürlich hochmotiviert ins Finale. Im Finale wurden alle bisher eingefahrenen Punkte gestrichen und es zählte für das Endergebnis die Platzierung des Finales. Doch dort ging am Start plötzlich gar nichts mehr. Als vierte kamen sie aus dem Start. Da waren Godden und Venus schon auf und davon. Die bis zum Finale eher mittelmäßigen Meier/Schrempp schoben sich vor der Kurve auch noch dazwischen. Vier Runden lang wurden die deutlich langsameren Meier/Schrempp hart attackiert und bearbeitet, doch überholen ist auf der Sandbahn in Plattling so gut wie unmöglich, wenn der Vordermann keinen Fehler macht. 

Was war da los? Ratlosigkeit machte sich breit und zuerst dachte man, der Start war einfach zu schlecht und die Nerven machten Raphael einen Strich durch die Rechnung. Doch irgendwie passte das nicht ganz zu Raphael und ins Gesamtbild. Später beim Ölwechsel dann die Auflösung! Vor dem Finale dachte man, dass die bisherigen Kupplungsbeläge etwas glasig wurden und man Entschied sich zum Wechsel auf die Ersatzbeläge. Eine kapitale Fehlentscheidung! Als Mechaniker Mirco über das Hinterrad das Öl aus dem Motor pumpen wollte, drehte die Kupplung durch. Nun war klar warum am Start absolut nichts voran ging. Durch so einen unnötigen Wechsel wurde ein sicherer Podestplatz weggeworfen. Bitter! Man lernt im Bahnsport eben nie aus und so kommen wir zum Fazit: Never change a running System!

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