Europameisterschaftsfinale in Werlte

Nach der geschafften Qualifikation in Roden, stand für Raphael und Benedikt das Europameisterschaftsfinale in Werlte an. Im ersten Jahr in der A-Lizenz, war das auch ihre erste Teilnahme an der Europameisterschaft. Dementsprechend niedrig waren auch die Erwartungen und so gingen sie das Rennen auch ohne Druck an.

Bereits vom letzten Jahr kannten die beiden die Sandbahn in Werlte und wussten, dass diese Strecke ihre tücken hat. Die Natursandbahn ist eben sehr weich und dadurch können schnell Löcher entstehen. Im Training war die Bahn in einem Topzustand und so konnten sich alle Fahrer auf das Rennen vorbereiten. Unser Team konnte aber in den Trainings nicht so recht in den Rythmus kommen, sodass zum Startbandtraining noch einige Sachen ausprobiert wurden. Leider brachten die Änderungen nicht den gewünschten Effekt, nein es wurde sogar noch schlechter.

Wieder schwacher Start ins Rennen

Aufgrund der Kenntnisse aus den Trainings, wurde das Setup nun in die komplett andere Richtung verändert, es gab ja nichts zu verlieren. Im ersten Lauf mussten Raphael und Benedikt von ganz außen starten. Das war der schwierigste Startplatz, da der Weg in die erste Kurve am weitesten ist. Sie kamen ganz ordentlich aus der Startrille weg und bogen als dritte in die erste Kurve ein. Doch der Lauf musste abgebrochen werden, da das Niederländische Gespann Wilfred Detz/Wendy Arling stürzte. Die Beifahrerin verletzte sich leider, sodass sie am Rennen nicht mehr teillnehmen konnten. An dieser Stelle die besten Genesungswünsche.

Für die Niederländer kam das Englische Reservegegspann Barrie Bennet/Eifon Hughes zum Einsatz. Der Start im Wiederholungslauf war nicht mehr so gut wie der erste und so reihten sich Raphael und Benedikt auf dem letzten Platz ein. So war der erste Lauf, wie in Roden, verpatzt.

Nach dem zweiten EM-Lauf des Tages, musste auch ein weiteres Gespann die Segel streichen. Tim Scheunemann bekam seinen Daumen in die Speichen des Hinterrades. Sie konnten den Lauf zwar noch zu Ende fahren, doch danach mussten Markus Brandhofer und sein Beifahrer einsehen, dass die Gesundheit vor geht. Tim hat sich das vordere Glied im Daumen gebrochen. Auch hier die Genesungswünsche an Tim Scheunemann.

Leistungssteigerung notwendig

Jetzt war klar, dass dringend Punkte aufs Konto mussten, um ins B-Finale zu kommen. Im zweiten Lauf starteten sie von ganz innen. Der Start war wieder gut, nur die Titelverteidiger William Matthijssen/Sandra Mollema konnten sich davor schieben. Diese konnten sich schnell absetzen und so musste der zweite Platz nur noch gesichert werden. Das Gespann Goodwin/Brown war ihnen zwar im Nacken, doch sie konnten den zweiten Platz ins Ziel bringen.

Im dritten Lauf mussten sie wieder von weiter außen starten. Von dort kamen sie wieder nicht so gut weg und sie beendeten den Lauf auf dem 5. Platz. Zu diesem Zeitpunkt waren nur 5 Punkte auf dem Konto und es musste im letzten Vorlauf eine gute Platzierung her, damit sie ins B-Finale kommen und dort auch einen guten Startplatz wählen können.

Dessen waren sich die beiden bewusst und schossen am Start wieder aus dem Band. Nur Josh Goodwin/Liam Brown schoben sich in der ersten Kurve noch davor. Es schien alles gut zu laufen, bis Ausgangs der zweiten Kurve. Aufeinmal war keine Leistung mehr da! Vergaserprobleme, ähnlich wie schon in Stadskanaal. Da wurden sie von Meier/Schrempp und Harvey/Hogg überholt. Durch diesen abrupten Leistungsverlusten hatten alle beteiligten auch noch Glück, dass es zu keinem Unfall kam. Manuel Meier hatte gerade noch so sein Knie eingezogen, um eine Kolission zu vermeiden. Nachdem Raphael mit dem Gas rumspielte ging es wieder vorwärts. Sie konnten sich noch auf Platz 4 ins Ziel retten, aber nun hatten sie eine schlechtere Ausgangsposition im B-Finale.

Europameisterschaftsfinale Seitenwagen Werlte - MSC Berghaupten
Team San Millan/Zapf und Meier/Schrempp nach dem Europameisterschaftsfinale in Werlte

Alles oder nichts beim Europameisterschaftsfinale

Nun waren Raphael und Benedikt sauer! Im B-Finale mussten sie von Starplatz gelb (3. von außen) starten. Damit es von dort nach vorne ging, riskierte Raphael alles am Start. Das Band ging hoch und sie gingen gleichzeitig mit Meier/Schrempp in die erste Kurve. Meier hatte die bessere Linie und konnte sich durchsetzen. Aber wenn das Ergebnis so bliebe, wären beide Gespanne des MSC Berghaupten im A-Finale der Europameisterschaft. Es wurde aber noch mal ganz schön eng. Vier Runden lang wurden Raphael und Benedikt von den Dänen Frederiksen/Grandt attakiert. Bis zur Ziellinie war es spannend, doch es war geschafft. A-Finale beim ersten Europameisterschaftsfinale!

Das Ziel war erreicht. Für das A-Finale hatten wir den Ersatzvergaser von Markus Brandhofer zur Verfügung, um bösen Überraschungen aus dem Weg zu gehen. An dieser Stelle vielen Dank ans Team Brandhofer. Folgende Teams starteten im Finale (von innen nach außen): Matthijssen/Mollema, Venus/Heiß, Goodwin/Brown, Godden/Smith, Meier/Schrempp und San Millan/Zapf. Von diesem Startplatz wurden im gesamten Rennen nur 12 Punkte eingefahren, aber wenn man als leztes wählt, hat man keine Wahl. Da aber das Ziel schon erreicht wurde, gingen sie ohne Druck an den Start. Raphael riskierte wieder alles und der Start war wieder richtig gut. Doch der Weg von außen war einfach zu weit und sie kamen auf Platz 5 aus der Kurve. So ging es auch ins Ziel, denn der Weg über das B-Finale war Raphael noch in den Knochen und so ging ihm am Ende die Puste aus. Aber mit Platz 5 sind alle sehr zufrieden.

Europameister wurde wieder das Niederländische Team Matthijssen/Mollema. Herzlichen Glückwunsch!

Ergebnis Europameisterschaftsfinale

  1. William Matthijssen / Sandra Mollema, NL
  2. Mitchel Godden / Paul Smith, GB
  3. Markus Venus / Markus Heiß, D
  4. Joshua Goodwin / Liam Brown, GB
  5. Raphael San Millan / Benedikt Zapf, D
  6. Manuel Meier / Melanie Schrempp, D
  7. Mike Frederiksen / Steven Grandt, DEN
  8. Shaun Harvey / Danny Hogg, GB
  9. Daniel Berwick / Marks Hopkins, GB
  10. Christophe Grenier / Vincent Bertoneche, FR
  11. Barrie Bennet / Eifon Hughes, GB
  12. Markus Brandhofer / Tim Scheunemann, D
  13. Wilfred Detz / Wendy Arling, NL
Diesen Beitrag teilen