Europameisterschaft Halbfinale Roden

Bei bestem Wetter ging es für Raphael und Benedikt zum FIM Europameisterschaft Halbfinale nach Roden. Im ersten A-Lizenz Jahr war das auch ihre erste Teilnahme am höchsten Prädikat der Seitenwagen im Bahnsport. Um das Finale in Werlte zu erreichen, muss man unter die besten 6 kommen. Die vier Punktbesten Teams, sind bereits direkt qualifiziert, die anderen zwei Teams müssen über das B-Finale ermittelt werden. Die Siebt- & Achtplatzierten müssen den bitteren Gang als Reserve nach Werlte antreten.

Schlechter Start in das Rennen

Die Sandbahn in Roden erwieß sich als anspruchsvoller, als zunächst gedacht. Nach dem ersten freien Training mussten einige Anpassungen am Setup vorgenommen werden, welche den erhofften Effekt im zweiten freien Training brachten. So dachten die beiden, dass sie die Bahn im Griff haben. Doch im letzten Test vor dem Rennen, dem Startbahndtraining, kamen sie plötzlich wieder schlechter mit der Rennstrecke zurecht.

Kurz vor dem Rennstart musste das Motorrad noch mal zur technischen Abnahme. Dort passte den Prüfern eine Einstellung nicht ganz, worauf das Motorrad komplett neu eingestellt werden musste. Gerade so wurde alles vor dem ersten Lauf noch fertig und sie konnten am Rennen teilnehmen. Durch die Aktion an der technischen Abnahme hatten Raphael und Benedikt nun aber keine Ahnung, wie das Gespann reagiert. Relativ „blind“ und mit dem vertrauen, dass die Einstellungen farhbar sind, rollten sie ans Startband. Die ersten Meter kamen sie gut vom Fleck, doch Raphael schaltete etwas zu spät und sie verloren einige Plätze. Zwischenzeitlich waren sie sogar auf dem letzten Platz, doch sie konnten sich etwas zurück kämpfen und bekamen als vierte noch 2 Punkte.

Alles andere als ein optimaler Start, denn das Ziel war, nach den Vorläufen unter den ersten 4 zu sein, um sich nicht über das B-Finale qualifizieren zu müssen.

Comback in den verbleibenden Vorläufen

Wahrscheinlich wurden Raphael und Benedikt bereits von vielen abgeschrieben, doch wer die beiden kennt weiß, dass sie nicht so schnell aufgeben. Nach einer weiteren kleinen Setup-Änderung und dem nötigen Biss, kamen sie wie Phoenix aus der Asche zurück. Im zweiten Lauf war das bis dato schnellste Gespann Detz/Arling am Start. Unsere #92, die hier im Semifinale mit der #5 starten musste, erwischte aber einen Blitzstart und führte eineinhalb Runden. Leider konnten sie in der Startkurve die Linie nicht ganz halten und so zogen Detz/arling vorbei. Aber immerhin kamen so nun 4 punkte aufs Konto und die Welt sah schon um einiges besser aus.

FIM Europameisterschaft Halbfinale in Roden

Sturz nur knapp verhindert

Alle weiteren Vorläufe konnten sie ebenfalls auf dem zweiten Rang abschließen. Im letzten Vorlauf kam es aber fast zu einem Sturz, da das dänische Gespann Frederiksen/Grandt eine abenteuerliche Linie fuhr. Raphael war gerade dabei, mit einem überholmanöver zwei Gespanne auf einmal zu kassieren, als die Dänen plötzlich nach innen zogen und quer vor ihnen standen. Dafür bekam Frederiksen eine Strafversetzung um einen Platz nach hinten. Scheinbar haben weiße Gespanne die Vorliebe mit ihren Fahrern zu fahren, als dass sie sich von ihren Fahrern kontrollieren lassen. Beispiele gab es in den letzten Jahren zu genüge…

Spaß bei Seite.. Die Aktion ging zum glück glimpflich aus und so zogen Raphael und Benedikt direkt ins A-Finale. Die Qualifikation war geschafft! Das Tagesergebnis war von da an nur zweitrangig, doch natürlich wollten sie noch aufs Podium. Nach einem guten Start im Finale, wollte Raphael aber zu viel in der ersten Kurve und es trieb sie zu weit nach außen. Dadurch konnten sie zwar Schwung mitnehmen, doch dieser ging verloren, als sich die Engländer Berwick/Hopkins davor setzten und Raphael abrupt vom Gas musste. So vielen sie auf Position 5 zurück, auf der sie auch ins Ziel kamen.

Das Hauptziel war aber erreicht und so können sie trotz verpatztem Finale zufrieden sein. In Werlte geht es ja schließlich erst ums Ganze. Jedoch machen sich Raphael und Benedikt keinen Druck, denn sie haben in ihrem ersten Europameisterschaftsfinale nichts zu verlieren.

Die qualifizierten Teams

  1. Wilfried Detz / Wendy Arling, NL
  2. Shaun Harvey / Danny Hogg, GB
  3. Daniel Berwick / Mark Hopkins, GB
  4.  Mike Frederiksen / Steven Grandt, DNK
  5. Raphael San Millan /  Benedikt Zapf, D
  6. Manuel Meier / Melanie Schrempp, D

Reserve:

  • Barrie Bennett / Eifon Hughes, GB
  • Eric Betous / Bernard Betous, FR
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