Deutsche Meisterschaft in Bad Hersfeld

Die Deutsche Meisterschaft der Seitenwagen fand in dieser Saison in Bad Hersfeld auf der Grasbahn statt. Insgesamt 11 Teams waren bei diesem Rennen am Start. Aufgrund kurzfristiger Absagen war, wie auch im letzten Jahr, wieder ein ausländisches Gespann am Start. Dieses mal waren es die Dänen Mike Frederiksen und Steven Grandt, welche aber in der Meisterschaft nicht in der Wertung waren. Der MSC Bad Hersfeld hat dieses Jahr alles unternommen, damit kein ausländisches Team an den Start muss, doch Verletzungen und zu kurzfristige Absagen führten wieder dazu, dass diese sehr unbeliebte Maßnahme ergriffen werden musste. Wir sind immer noch nicht glücklich mit der Situation Seitens des DMSB, wie er die Meisterschaft der Seitenwagen degradiert hat, aber durch das Verhalten einiger Fahrer können wir auch leider keine Besserung seitens des Verbands erwarten.

Wunder! Kein Regen in Bad Hersfeld

Der MSC Bad Hersfeld hatte in den letzten Jahren extrem viel Pech mit dem Wetter. Es regnete immer sehr viel vor oder während der Rennen. Doch in diesem Jahr hatten sie endlich mal Glück und es war vor und während des Rennens trocken. Für die Fahrer aber eine seit Jahren ungewohnte Situation, die Strecke unter trockenen Bedingungen zu befahren.

Im Training kamen beide unserer Gespanne bereits gut mit der Strecke zurecht. Achim fuhr hier zum ersten mal mit dem „Aushilfsbeifahrer“ Viktor Caric. Das Gespann Zwetsch/Caric konnte nämlich aufgrund einer Verletzung von Patrick Zwetsch nicht antreten. Achim und Viktor kamen auf Anhieb gut miteinander klar und waren schnell auf dem Oval unterwegs. Im Startbandtraining hatten sie auf Platz zwei liegend Glück im Unglück, als sie einen Platten bekamen und die hinteren Gespanne nicht mehr ausweichen konnten. Es kam aber zum Glück nicht zum Sturz und alle konnten unbeschadet den Renntag bestreiten.

Bei Raphael und Benedikt verlief das Startbandtraining nicht besonders gut. Sie stellten sich auf einen griffigen Untergrund ein, da es in den letzten Jahren immer so war. Doch aufgrund der Trockenheit war dem nicht so und sie versauten den Start komplett. Durch eine schlechte Reaktion und zu wenig Belastung auf dem Hinterrad kamen sie als letze aus dem Start und kamen auch so im Ziel an.

Viele verschenkte Platzierungen

Im ersten Lauf der Meisterschaft standen gleich beide unserer Gespanne am Startband. Achim und Viktor starteten von innen, Raphael und Benedikt von außen. Achim erwischte einen guten Start und setzte sich auf Platz 1, während Raphael einen mäßigen Start hatte und sich auf Platz 3 einordnete. Gefährlich wurde es in diesem Lauf, da die tiefstehende Sonne die Sicht in der zweiten Kurve bis auf die Start-Zielgerade stark beeinträchtigte. Alle Fahrer fuhren dort blind. Ein Wunder, dass dort in keinem Lauf zu Beginn des Rennens etwas passiert ist, obwohl man weder die Strecke, noch den Gegner sehen konnte. In der letzten Runde setzte sich Markus Brandhofer noch gegen Achim durch und so ging es für unsere Teams auf Platz zwei und drei ins Ziel.

Im zweiten Lauf konnten Raphael & Benedikt ebenfalls 3 Runden lang eigentlich souverän führen. Doch kleine Fehler machten den Vorsprung zunichte und Markus Brandhofer konnte Ende der dritten Runde mit all seiner Erfahrung außen vorbei. Achim und Viktor starteten in der zweiten Gruppe des Durchgangs und konnten ihn auf Platz 3 beenden. Von den Punkten her standen unsere Gespanne zu diesem Zeitpunkt gut da, mit jeweils 5 Punkten teilte man sich den 3. Platz in der Gesamtwertung.

Foto Jens Schwarz

Fahrfehler kostet sicheren 3. Platz

In Lauf 3 wollten Raphael & Benedikt diese Position festigen, doch es kam ganz anders. Nach einem schwachen Start sortierten sie sich dicht hinter Venus/Heiß und Frederiksen/Grandt ein. Doch plötzlich brach das Motorrad aus, kam ins kippen und sie wurden ins Innenfeld gezogen. Vermutlich kamen sie in eine Rille, aber ganz genau konnten sie sich diesen komischen Fahrfehler nicht erklären. Vielleicht hätte Raphael in dieser Situation einfach weiterfahren sollen, mit der Hoffnung der Schiedsrichter hätte den Ausritt ins Innenfeld nicht gesehen, sie waren jedoch schon sehr weit im Innenfeld. Ehrlich wäre das nicht gewesen, doch wird in diesem Sport Ehrlichkeit meistens eher bestraft als belohnt. So fehlten nun wichtige Punkte, was sich am Ende noch rächen wird. Achim und Viktor kamen wieder auf dem 3. Platz ins Ziel und hatten nun 7 Punkte auf dem Konto.

Nun standen Raphael & Benedikt unter druck. Ein Laufsieg sollte her, um die verlorenen Punkte aufzuholen. Es schien auch fast zu klappen, die erste Runde im letzten Vorlauf führten sie. In der zweiten Kurve dachte man sich, dass die äußere Linie etwas schneller wäre, doch das war ein Irrtum und die Dänen konnten auf der inneren Linie aufholen. So ging es “ nur“ auf dem 2. Platz ins Ziel. Achim und Viktor hatten in diesem Lauf Glück, noch ins Ziel zu kommen. Sie hatten einen gewaltigen achter im Hinterrad und kamen gerade so noch an.

3 Gespanne Punktgleich

So waren nun drei Gespanne Punktgleich mit 8 Punkten. Das Gespann Löffler/Tork und unsere beiden Gespanne. Welche Kriterien nun entschieden haben, wer ins Finale kommt, war nicht ganz klar. Doch die #92 setzte sich durch und durfte als 5. Gespann am Finale teilnehmen. Es waren zwei Punkte Rückstand auf die drittplatzierten Meier/Schrempp, also es war noch möglich aufs Podest zu kommen. In den ersten Runden schien es auch aufzugehen. Nach dem Start sortierten sich Raphael & Benedikt auf dem dritten Platz hinter Venus/Heiß und Brandhofer/Scheunemann ein. Die Dänen waren zunächst zwischen Meier/Schrempp und unserer #92. Wenn es so ins Ziel gegangen wäre, dann hätte es ein Stechen um den 3. Platz gegeben. Doch  wahrscheinlich war dies Manuel Meier bewusst und er setzte alles daran, das dänische Gespann zu überholen. Das gelang ihm auch und so fehlten Raphael & Benedikt ein einziger Punkt auf den dritten Platz.

Der Fahrfehler im dritten Lauf kostete einen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit sicheren 3. Platz in der Deutschen Meisterschaft. Ärgerlich, aber das haben sie sich selbst zuzuschreiben. Immerhin haben sie die Qualifikation für die Europameisterschaft in der Tasche und dürfen am Semi-Finale der EM 2019 teilnehmen. Nun steht das Heimrennen in Berghaupten vor der Tür, wo unsere beiden Gespanne natürlich hochmotiviert sein werden.

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