Was ist Bahnsport?

Bahnsport ist eine Form des Motorradsports, der auf Ovalkursen stattfindet. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn, also gibt es nur Linkskurven. In der Regel haben die Strecken zwei Kurven und zwei Geraden, es gibt aber auch vereinzelt Ausnahmen. Wie auch auf Grand-Prix Strecken, gibt es zwei Fahrzeug-Klassen: Seitenwagen- und Solomotorräder.

Nun gibt es unter dem Überbegriff Bahnsport verschiedene Varianten, auf die wir gleich eingehen werden. Was aber alle Varianten gemeinsam haben, die Motorräder haben keine Bremsen, einen Motor, Vergaser und eine Kupplung. Auf Elektronische Hilfen wird komplett verzichtet, es geht rein um das Können der Fahrer. Die Fahrer bringen das Motorrad im Dirft um die Kurve.

Da die Motoren mit Methanol befeuert werden, ist der Bahnsport einer der Umweltfreundlichsten Motorsport-Arten der Welt.

Bahnsport Seitenwagen beim Start
Bahnsport Seitenwagenmotorräder beim Start

Gestartet wird an einem Startband in einer Reihe. Ein Rennen besteht aus mehreren Läufen. Ein Lauf geht in der Regel über vier Runden. Je nach Lauf-Platzierung bekommt der Fahrer Punkte.
Beispiel bei vier Fahrern pro Lauf:

  1. Platz 3 Punkte
  2. Platz 2 Punkte
  3. Platz 1 Punkt
  4. Platz 0 Punkte

Die Erfahrenen Punkte werden zusammen gezählt. Es gibt nun zwei verschiedene Modi, die gefahren werden können.

  • Alle Punkte werden mitgenommen. Sieger ist der Fahrer, der nach allen gefahrenen Rennläufen die meisten Punkte hat.
  • Alle Punkte werden bis zum Finallauf addiert, sodass die Punktbesten Fahrer in einem Finale gegeneinander antreten. Die Punkte werden nicht ins Finale mitgenommen, es wird nach dem Ergebnis des Finales gewertet.

Jetzt zu den Bahnsport Varianten

Unterschieden wird in drei Varianten: Langbahn, Speedway und Eisspeedway. Diese drei Kategorien unterscheiden sich im Prinzip nur anhand der Länge und dem Untergrund der Strecke.

Als Langbahnrennen werden Veranstaltungen bezeichnet, wo die Strecke eine Länge zwischen 426-1300 m hat. Der Untergrund ist eine Grasnarbe (Wiese) oder Sand. Diese Variante des Bahnsports ist die schnellste und vielseitigste. Die Motorräder haben nur das notwendigste, um schnell fahren zu können. Sie haben einen Motor, Vergaser, Kupplung und ein Getriebe mit zwei Gängen. Das Zweiganggetriebe ist von der Technischen Seite der hauptsächliche Unterschied zu den Speedway Varianten. Gefahren wird mit Seitenwagen- und Solomotorrädern.

Bei den Seitenwagen und den Solisten wird je nach Breite und Länge der Bahn mit 4-6 Fahrern gefahren.

Die Klassen, in denen die Fahrer starten, sind nach Alter, Leistung des Motorrads und nach können der Fahrer unterteilt. Die höchste Klasse ist die A-Lizenz. Dort werden um nationale, Europa- und Weltmeisterschaften gefahren.

Die Unterteilung der Klassen:

  • A-Lizenz: 500 ccm Motoren, Profis (Seitenwagen und Solo)
  • B-Lizenz, 500 ccm Motoren, Anfänger, ab 16 Jahren (Seitenwagen und Solo)
  • Junioren C, 250 ccm Motoren (nur Solo)
  • Junioren B, 125 ccm Motoren (nur Solo)
  • Junioren A, 50 ccm Motoren (nur Solo)

Speedwayrennen finden auf flachen, ovalen Strecken statt. Der Untergrund besteht immer aus Sand und ist sehr hart und verdichdet. Die Strecken haben eine Länge von 260-425 m. Gestartet wird in einer Reihe am Startband mit vier Fahrern. Das Motorrad hat, anders wie bei den Langbahnmotorrädern, kein Getriebe. Gefahren wir sozusagen nur in einem Gang.

In der Regel fahren bei Speedway Veranstaltungen nur Solomotorräder, vereinzelt fahren aber auch Seitenwagen auf den kurzen Bahnen.

Hier gibt es keine Unterteilung in Lizenz-Klassen, sondern in Liegen und Serien. Es gibt eine 1. Bundesliga, 2. Bundesliga und verschiedene Ligen im Ausland. In der 1. und 2. Liga treten Teams gegeneinander an. Dort erfahren die Fahrer die Punkte für das Team und das Team mit den meisten Punkten gewinnt am Ende. Zudem gibt es auch noch Paar-Rennen, wo pro Lauf jeweils zwei Paare gegeneinander antreten.

Die größte Meisterschaft ist aber der Speedway-GP. Dort fährt wieder jeder Fahrer für sich selbst und kann so den Weltmeistertitel erlangen. Die Rennen finden Weltweit statt.

Eisspeedway ist ein Winter-Motorsport. Wie der Name schon andeutet, wird mit den Motorrädern auf Eis gefahren. Die Länge der Bahnen ist wie beim normalen Speedway 260-425 m. In den Reifen sind 28 mm lange Spikes, damit das Motorrad Gripp auf dem Eisuntergrund hat. Anders wie bei den anderen Varianten, fahren die Motorräder nicht im Drift um die Kurve, sondern werden wie auf der Straße in die Kurve gelegt. Durch die Spikes können die Motorräder sehr weit nach unten gelegt werden.

Es gibt eine Weltmeisterschaftsserie die fünf Grand-Prix umfasst.